Veröffentlicht am Di., 5. Mai. 2020 08:15 Uhr

Auf dem Evangelischen Campus Daniel berät Diplom-Pädagogin Martina Rohrbach Eltern zu Fragen rund ums Familienleben und Erziehungsthemen. Hier bloggt sie über gelingendes Familienleben im Corona-Modus und gibt Tipps für die Zeit zwischen Homeoffice und Kinder-Dauerbetreuung.

HIER gibt es diesen Text als pdf zum Download.


Nachdenken über den Regen

Oh ja, auch ich werde dünnhäutiger. Als nach der Trockenphase mit den traurigen Bäumen und Blüten der erste Regen kam, war ich mit dem Fahrrad draußen, und mir kamen die Tränen vor Freude. Ich hatte richtig mitgelitten mit der Natur und fürchtete, dass es wie im Sommer 2018 mit der Trockenheit so weitergehen könnte. Doch jetzt stellt sich zumindest für eine Zeit nachträgliches Aprilwetter ein; und ich freue mich über jeden Tropfen. Sonne, Wolken und Regen im Wechsel lassen sowas wie Normalität aufkommen.

Meine neuen Gummistiefel freuten sich über ihre Einweihung und ich wusste nicht nur, sondern fühlte auch, dass dieser „Shutdown“ viel Gutes für die Umwelt und damit auch für die Gesundheit aller Lebewesen in sich hat.

Gönnen wir der Natur diese Verschnaufpause

Doch damit diese Phase der „Beruhigung“ nach der Corona-Zeit nicht nur eine kleine Delle in den steigenden Kurven der Umweltzerstörung bleibt, weil danach alle Unternehmen mit Macht ihre Defizite aufholen wollen, brauchen wir alle ein Bewusstsein, das zu anderen bleibenden Verhaltensweisen führen kann.

Ich selbst hatte mir noch einige erkundende Reisen rund um den Globus aufgehoben, zu denen ich vorher keine Möglichkeit hatte. Mein nächster Reiseplan ist erst einmal den Bach runter. Aber vielleicht führt mich dieser Bach ja zu ähnlich schönen Regionen in der Nähe, zu denen ich nicht fliegen muss – und damit meinen „CO2-Fussabdruck“ schlagartig wieder vergrößern würde. Ist es möglich, dass diese „Verschnaufpause der Natur“ zumindest in wichtigen Teilen zu einem Dauerzustand werden kann?

Auch die kleinen Schritte sind Erfolge

Es würde möglich, wenn wir unsere Wünsche nach Freiheit und Grenzenlosigkeit steuern und damit unseren Kindern und Enkelkindern ein Vorbild sein möchten. Was vorher nicht denkbar war, ist durch den Shutdown in vielen Teilen der Welt auch zu einem Training für Verzicht geworden.

Es gibt nichts an dem derzeitigen Zustand zu idealisieren, aber schon allein der ausgebliebene Wintertourismus lässt zu, dass sich viele Tierpopulationen in diesen Gebieten erholen können. An den Küsten gibt es ohne den Sommertourismus viel mehr Brutplätze für Vögel – und Bruterfolge, wenn dort bis Ende Juli Ruhe herrscht. Ist das nichts?  

Es wäre schön, wenn dieser brachiale „Einstieg in den Ausstieg“ durch Corona aus der gnadenlosen Ausbeutung der Natur mit ihren Folgen langfristig eine größere Klimasicherheit und weniger Umweltzerstörung mit sich bringen würde.

Machen Sie es zu Hause verstärkt zum Thema – falls Sie es nicht ohnehin schon tun – was denn die Alternativen zum bisherigen Leben wären. Dieses Thema ist ein Forschungsprojekt für Familien, Peergroups aller Altersklassen, eigentlich auch für den Schulunterricht, und eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Also heißt es nicht nur „Mist, dass die Sonne nicht scheint!“, sondern „Gut, dass es mal wieder regnet!“ (auch wenn Sonnenschein trotzdem schön ist). Und daraus kann man ableiten, dass es nicht nur blöd ist, dass z.B. Flugreisen ausfallen und Geschäfte geschlossen waren, sondern dass sich die Umwelt jetzt erholen kann, was dringend nötig ist. Es kann eine Zeit zum Nachdenken und Erforschen der tatsächlichen Bedürfnisse mit Blick in die weitere Zukunft sein. „Denn eines ist gewiss, nichts bleibt wie es ist.“ (Erich Kästner)

Und trotz der Lockerungen ist es noch nicht vorbei; deshalb hier noch einige Links zu Corona einfach erklärt und weitere Tipps, z.B. aus der „Sendung mit der Maus“:


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Kategorien Elternberatung