Veröffentlicht von Juliane Kaelberlah am Di., 1. Okt. 2019 16:16 Uhr

Ob das wohl ins Handgepäck passt? Superintendent Yekonia Koko wiegt das schwere Gerät in den Händen und schaut in die Runde. Die Mitglieder der Tansania-Partnerschaft sind da unterschiedlicher Meinung. "Das ist doch so sperrig!" - "Im Handgepäck klaut es wenigstens niemand!", "Aber wenn der Koffer durchleutet wird, sieht es bestimmt verdächtig aus!"

Auslöser der heiteren Diskussion ist das eher ungewöhnliche Gastgeschenk, das der Kirchenkreis der Delegation aus Tansania soeben überreicht hat: ein Oblateneisen. Das alte Gerät, mit dem die Diözese Iringa sogar Hostien für die katholischen Kirchengemeinden in der Region herstellte, hatte nach Jahren seinen Dienst quittiert. Seitdem, erzählt Superintendent Yekonia Koko, habe man nicht mehr richtig Abendmahl feiern können - ein einfaches Stück Brot sei für die Gläubigen kein wertiger Ersatz. "Wenn wir erzählen, dass dieses Gerät von unseren Freunden aus Deutschland kommt, werden die Leute sich freuen - und vielleicht auch weinen", sagt Bischof Blaston Gavile zum Abschied.

Zwei vollgepackte Wochen in Berlin liegen hinter Blaston Gavile, Joyce Ngandango, Yekonia Koko und Emma Mwalusamba: Zum 40. Partnerschaftsgeburtstag der Kirchenkreise Charlottenburg-Wilmersdorf und Iringa-West besuchten Sie den Evangelischen Campus Daniel und das Charlottenburger Rathaus, sangen auf dem Sommerschlussfest des Kirchenkreises, tranken Tee mit Bischof Markus Dröge und erkundeten das Luther-Haus in Wittenberg.

Lediglich Joyce, die Leiterin des Straßen- und Waisenkinderhauses Huruma Centre war bisher schon einmal in Deutschland gewesen - für alle anderen war die Reise eine Premiere. Die AG Partnerschaft übte sich dank der vielen Fragen der Gäste im Interviewmodus - und oft auch im Perspektivwechsel: "Wie schafft ihr es, muslimische und christliche Jugendliche in einem Jugendclub zusammenzubekommen?", "Wie kann diese Kirche so alt sein und immer noch so schön aussehen?" - und "Wie gut euer Nahverkehr funktioniert!" ...

Am Abschiedsabend unterzeichneten Bischof Gavile und Superintendent Koko,  Superintendent Carsten Bolz und der Leiter der AG Partnerschaft Oliver Neick das gemeinsam erarbeitete Memorandum, in dem die Ziele und Visionen für die weitere Partnerschaftsarbeit schriftlich festgehalten sind. "Wir nehmen so viele Eindrücke für die Arbeit in Tansania mit", sagte Bischof Gavile nach dem Abendessen in großer Runde. "Und jetzt müssen wir uns wirklich verabschieden - wir haben da noch etwas Großes einzupacken."

T/F: JK

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