Gut 7.000 Kilometer Luftlinie trennen Berlin und die Stadt Iringa im ostafrikanischenTansania. Mit rund 6,3 Millionen Mitgliedern ist die Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias (ELCT) die zweitgrößte lutherische Kirche der Welt. Sie ist in 26 Diözesen aufgeteilt - unter anderem Iringa mit unserem Partnerkirchenkreis Iringa-West. Die 120.000-Einwohner-Stadt im zentralen Hochland Tansanias ist Sitz von Bischof Blaston Gavile.

Die Gebiete der Kirchengemeinden in den ländlichen Gebieten um Iringa sind weitläufig. Viele Menschen ziehen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen häufig um, nicht nur die nomadisch lebenden Massai, die das Tal mit ihren Rindern, Schafen und Ziegen auf der Suche nach Futterplätzen durchqueren.

Evangelische Gemeinden in Tansania wachsen rasant. Neben den Hauptkirchen gibt es deshalb vor allem auf dem Land sogenannte Predigtstätten, an denen sich Christen zum Gottesdienst treffen – manchmal eine offene Kapelle mit Strohdach, manchmal nur ein schattiges Plätzchen unter einem Baum. Oft laufen Pfarrerinnen und Pfarrer und ihre Helfer Stunden zu Fuß, um die Außenstellen ihrer Gemeinden zu besuchen. Einige von ihnen ziehen auch mit den Massai mit, um den Kontakt zu halten.

Mission ist eines der Hauptziele der Kirche. Doch Gemeinden vor Ort leisten oft auch wichtige soziale Arbeit. Owdenburg Mdegella, der bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2017 drei Jahrzehnte lang Bischof der Diözese Iringa war, setzte in seinen Projekten vor allem auf Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Sicherung. So gründete die Diözese mehrere Sekundarschulen und engagiert sich mit der kirchlichen Tumaini-Universität auch für die akademische Ausbildung. Mdegella war auch maßgeblich an der Gründung des Straßen- und Waisenkinderhauses beteiligt. 

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias betreibt Erste-Hilfe-Stationen, ein Krankenhaus und ein HIV-Präventionsprogramm. Sie fördert Programme, die die Ernährung und die wirtschaftliche Lage der Bürger verbessern sollen.