Veröffentlicht am Di., 14. Jan. 2020 14:13 Uhr

Wie nachhaltig arbeitet der Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf? Wurde der Superintendent schon einmal beleidigt? Und muss man mit jedem Menschen diskutieren? Die Schülerbischöf*innen der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO trafen sich mit dem Superintendenten ihres Kirchenkreises Charlottenburg-Wilhelmsdorf, Carsten Bolz, und befragten ihn zu ihren Themen "Streiten, aber christlich" sowie Klima- und Umweltschutz.

„Wir brauchen Aufmerksamkeitsmacher in unserer Gesellschaft - auch beim Klimaschutz“, sagt Superintendent Carsten Bolz. Darum fände er die Initiative Fridays-for-Future richtig und nötig. Auch im Kirchenkreis ist das Thema präsent. „Wir beraten unsere Kirchengemeinden mithilfe externer Umweltexperten“, erklärt der Superintendent. In der Evangelischen Lindenkirche beispielsweise soll bald nicht mehr die ganze Kirche beheizt werden: Stattdessen ist geplant, Heizkissen auf den Bänken, Wärmepaneele und einen beheizbaren Teppich zu installieren. Jeder Besucher und auch die Pfarrer haben es dann gemütlich warm – und gleichzeitig spart diese Technik bis zu 30 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen. Aber wie hält es der Kirchenkreischef selbst mit dem Umweltschutz, fragt Schülerbischöfin Marie? "Privat versuche ich, möglichst auf Plastik zu verzichten und fahre seit Jahren ein Erdgas-Auto.“

Schülerbischof Bernhard möchte von Carsten Bolz wissen, ob man immer das Gespräch suchen sollte, auch mit Menschen, die populistische Parolen von sich gäben. „Grundsätzlich, ja!“, meint der Superintendent. Allerdings gäbe es auch jene, die nur provozieren und sich gar nicht austauschen wollen. „Manchmal ist es dann sinnvoller, ein Gespräch abzubrechen.“ Carsten Bolz selbst wurde noch nie angefeindet, „aber der Fall der Grünen-Politikerin Renate Künast hat uns gezeigt, dass Meinungsfreiheit klare Grenzen hat. Ich darf niemanden beleidigen oder herabwürdigen.“

Zu diesem Thema haben die Schülerbischöf*innen für Samstag, 18. Januar 2020 mit den Religionslehrerinnen Susanne Dannemann und Henriette Pohl ein Open-Space an ihrer Schule organisiert. Auf der Podiumsdiskussion mit Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales und der Initiative „Kleiner Fünf“ können interessierte Jugendliche und Erwachsene zum Thema „Dürfen wir alles sagen? Meinungsfreiheit versus Menschenwürde und Reden mit Rechts?" diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Zeit: 13.00 bis 17.00 Uhr
Ort:
Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster, Salzbrunner Str. 41, 14193 Berlin

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Über die Schülerbischöfe
Die Evangelische Schulstiftung in der EKBO wählt in Kooperation mit der Evangelischen Landeskirche jedes Jahr vier Schüler*innen im Alter von 12 bis 16 Jahren aus, zu einem aktuellen Thema Stellung zu beziehen. Als Botschafter ihrer Generation sprechen sie mit Politikern und kirchlichen Würdenträgern.

In diesem Jahr stellt das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster die vier Schülerbischöf*innen für Berlin. Bis Ende Januar werden Bernhard von Bassewitz, Marie Gösmann, Ernst Hoffmann und Klarissa Krause ihr diesjähriges Thema „Streiten – aber christlich?!“ vertreten. Außerdem wollen die Jugendlichen in ihrer Schule und im Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf einen Diskurs zum christlichen Umgang mit Rechtspopulismus und Hatespeech anstoßen und zu einer sachorientierten Diskussion in der Umweltfrage anregen.

Text: C. Reiche/ F: Christoph Eckelt

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