"Huruma" heißt in der Landessprache Kisuaheli "Mitgefühl". Ein Wort, das die tägliche Arbeit im Straßen- und Waisenkinderhaus prägt, auch unter widrigen Umständen: 1994 eröffnete die erste Unterkunft für 25 Kinder in Iringa in einer alten Reifenfabrik ohne Strom und Wasser.

Dank Spenden konnte das Huruma Centre im Jahr 2000 auf ein weitläufiges Gelände mit Garten an den Stadtrand umziehen. Mittlerweile betreibt es auch eine eigene Kindertagesstätte.

Viele der Kinder im Huruma Centre waren und sind AIDS-Waisen: Iringa liegt am TANZAM-Highway nach Sambia, einer großen Fernstraße. Prostitution und ungeschützter Sex an den Rastplätzen führten dazu, dass sich immer mehr Menschen mit dem HI-Virus infizierten. Seit dem Höhepunkt in den 1990er Jahren sank die Infektionsrate zwar. Im Vergleich zu den meisten anderen Regionen Tansanias jedoch ist sie immer noch überdurchschnittlich hoch. Sterben Eltern an AIDS und können Familienangehörige ihre Kinder nicht aufnehmen, bleibt den Mädchen und Jungen nur ein Leben auf der Straße.

Seit 2017 leitet Pfarrerin Joyce Ngandango das Haus. „Bei uns wachsen die Kinder in Gemeinschaft auf und können sich geborgen fühlen“, sagt sie. Ab und an finden hier auch Kinder einen sicheren Platz zum Leben, die in ihren Familien Gewalt erfahren haben oder in Gefahr sind.

In den Häusern leben derzeit rund 40 Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 17 Jahren mit einer „Mama“, die sich um sie kümmert. Tagsüber gehen sie zur Schule und kehren nachmittags zurück. Zwei Köchinnen versorgen die Kinder. Vorbild für die Konzeption ist das traditionelle Zusammenleben einer Großfamilie im Dorf. Manche Kinder können auch bei Familienangehörigen leben – sie unterstützt das Huruma Centre unter anderem mit Schulmaterial. 

Um sich selbst mit Nahrungsmitteln versorgen zu können, hält das Centre Schweine, Kühe, Hühner und Ziegen. Auf dem Feld neben dem Gelände baut es Mais an, den es auch verkauft.

Das Huruma Centre ist ein Projekt, das sich immer weiter entwickelt. Dafür sammeln wir Spenden in Gottesdiensten, berichten in Vorträgen über das Konzept und halten den Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort. Auch Sie können sammeln - bei Gemeindefesten, in der Schule oder in Ihrem Bekanntenkreis.

Hier können Sie den Flyer des Huruma Centres herunterladen.